Willkommen Nordostschweiz
ÜBER OSTEOPATHIE
- Was ist Osteopathie?
- Drei Teilbereiche der Osteopathie
- Arbeitsweise & Behandlung
- Geschichte & Ursprung
- Verbreitung & Stand heute
- An wen richtet sich die Osteopathie?
- FAQ: Fragen & Antworten
- Literatur & Links
Die Osteopathie ist eine ganzheitliche und manuelle Medizin (manus lat. = Hand), die vor allem der Diagnose und Behandlung von reversiblen Funktionsstörungen dient. Diagnose und Therapie erfolgen dabei auf der Basis von spezifischen osteopathischen Techniken, die mit den Händen ausgeführt werden.
Dabei basiert die Osteopathie auf drei grundlegenden Prinzipien:
- Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Geist und Seele.
- Der Mensch verfügt über Selbstkeilungskräfte. Sind alle Körpersysteme im Gleichgewicht, können sich die Selbstheilungskräfte am besten entfalten.
- Alle Körpersysteme stehen in direktem Zusammenhang miteinander.
Auf diesen drei Grundprinzipien entwickelte der amerikanische Arzt Andrew T. Still im 19. Jhdt. die Basis der Osteopathie. Er erkannte, dass alle Bestandteile des menschlichen Körpers miteinander in Zusammenhang stehen. Störungen und Bewegungseinschränkungen in den Körpersystemen und –strukturen hingegen können zu einer verminderten Funktionsfähigkeit führen und umgekehrt.
An sich hat der Körper keine Mühe, kleinere Störungen selbst zu bewältigen, ohne dass man davon etwas bemerkt. Wenn aber die Kompensationsmöglichkeiten des Körpers erschöpft sind (z.B. durch Stress, Unfall, Überlastung, Übergewicht usw.) oder die Bewegung im osteopathischen Sinne eingeschränkt ist, kann dies zur Unterversorgung der Gewebestrukturen und damit zu funktionellen Störungen führen.
Bewegung im osteopathischen Sinne
Ein osteopathisches Sprichwort besagt: Alles was lebt, bewegt sich. Diesbezüglich ist zum Beispiel der Rhythmus der Lunge und des Herzens allen bekannt, aber auch Darmtrakt, Blut, Nieren, Lymphe, Hirnflüssigkeit und andere haben ihre eigene typische Bewegung. Der Osteopath spürt allfällige strukturelle Beeinträchtigungen mit seinen Händen auf und versucht, diese zu lösen. Wenn ihm das gelingt, normalisieren sich die funktionellen Abläufe im Körper wieder und die Selbstheilungskräfte werden stimuliert und mobilisiert. Damit ist das Leben wieder im Fluss, wie die Osteopathen es ausdrücken.
Ziel der Osteopathie ist daher immer, dieses körperliche Gleichgewicht prophylaktisch zu bewahren oder im Rahmen einer Therapie wiederherzustellen.
Die Osteopathie als ganzheitliche manuelle Therapieform lässt sich in drei Teilbereiche gliedern:
1. Die parietale (strukturelle) Osteopathie, d.h. die Behandlung des gesamten Bewegungsapparates mit Muskeln, Knochen, Gelenke und Faszien (Faszien sind Häute aus Bindegewebe, die alle Körperbestandteile wie Muskeln, Knochen und Organe einhüllen und miteinander wie eine Art Netz verbinden und somit den gesamten Körper zusammen halten.). Die parietale Osteopathie ist der älteste Bereich und die Basis, aus der sich die heutige Osteopathie entwickelt hat.
2. Die viszerale Osteopathie, d.h. die Behandlung der inneren Organe, der Blut- und Lymphgefässe sowie eines Teils des Nervensystems. Durch die osteopathische Behandlung soll die Eigenbeweglichkeit und der Rhythmus der Organe harmonisiert sowie die Blutversorgung als auch der Lymphfluss normalisiert werden.
3. Die kranio-sakrale Osteopathie, d.h. die Behandlung des Schädels, des zentralen und peripheren Nervensystems mit Gehirn, Rückmark und Nerven. Dabei werden Muskeln, Knochen, Gelenke und Faszien untersucht und Störungen wie Gelenkblockaden oder Verspannungen sanft gelöst.
Wie arbeitet die Osteopathin/der Osteopath?
Alle Körpersysteme des Menschen stehen in Zusammenhang und beeinflussen sich gegenseitig. Diese Interaktivität nutzt der Osteopath, um in den verschiedenen Regelkreisen gezielt manuelle Reize (manus = die Hand) zu setzen und den Patienten in seiner Selbstheilung zu stimulieren. Dabei arbeitet der Osteopath ausschliesslich mit den Händen und greift auf strukturelle und funktionelle manuelle Techniken zurück, um das parietalen (Bewegungsapparat), das viszerale (Organe) und das kranio-sakrale (Schädel) System zu behandeln.
Die Sitzung beim Osteopathen beginnt mit einer ausführlichen, osteopathischen Anamnese. Diese osteopathische Untersuchung kann u.U. durch medizinische Tests, Röntgenbilder, Labor- und Blutdruckergebnisse, welche der Haus- oder Facharzt erstellt hat, ergänzt werden.
Zu Beginn einer Behandlung ertastet der Osteopath den gesamten Körper, sucht nach verminderter Beweglichkeit, Elastizität und Biegsamkeit sowie auffälligen und erhöhten Spannungen. Mit Fingerspitzengefühl, Konzentration und exakten physiologischen und anatomischen Kenntnissen setzt er im Anschluss daran entsprechende körperliche Impulse zur bestmöglichen Wiederherstellung der Beweglichkeit und Verbesserung der physiologischen Funktionen des Organismus.
Ziel der Behandlung durch den Osteopathen ist immer die Wiederherstellung des individuellen Gleichgewichtes im Körper und eine optimale Beweglichkeit aller Körpersysteme und –strukturen. Bedingt durch diese Zielsetzung stehen nicht unbedingt die Symptome einer Krankheit für den Osteopathen im Mittelpunkt, sondern er sucht vielmehr nach den zugrunde liegenden Ursachen und deren Einordnung in das Körpergesamtsystem. Dabei interessiert er sich nicht nur für die Frage, warum eine Krankheit ausgebrochen ist, sondern auch für den Grund, was den Körper bisher daran gehindert hat, wieder gesund zu werden.
Behandlungsdauer und –häufigkeit
Eine osteopathische Behandlung dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten, abhängig von der individuellen Behandlung und der Problematik.
Nach drei- bis sechsmaliger Behandlung – je nach Befund - sollte eine deutliche Verbesserung des
Beschwerdebildes erreicht worden sein, wobei die ersten Termine zeitlich eher enger beieinander liegen, die weiteren Termine in grösseren zeitlichen Abständen erfolgen.
Die Osteopathie ist keine neue Behandlungsmethode, im Gegenteil: Die Grundlagen der Osteopathie finden ihren Ursprung bereits im 19. Jahrhundert in den Arbeiten des amerikanischen Arztes Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917).
In jener Zeit entwickelte sich die Schulmedizin zwar rasch weiter, war allerdings geprägt von reiner Symptombehandlung und immer stärker werdenden Spezialisierungen. Angespornt von dem Tod drei seiner Kinder durch Hirnhautentzündung begab sich Still auf die Suche nach einem neuen Verständnis von Gesundheit und Krankheit und damit einer «neuen Behandlungsmethode».
Auf dieser Forschungs- und Wanderreise gab es für ihn keine Tabs, alles wurde beleuchtet, beobachtet und einer näheren Betrachtung unterworfen. Gleichzeitig wirkte die im 19.Jhdt aufkommende Evolutionstherorie auf Still, womit plötzlich alles Statische eine dynamische, sich permanent verändernde Komponente erhält. Still erkannte diesen Ansatz auch im menschlichen Körper und definierte daraufhin eines seiner ersten Grundprinzipien, dass die menschlichen Körpersysteme in direktem Zusammenhang miteinander stehen und sich gegenseitig beeinflussen. Dabei standen für ihn anfangs vor allem die Auswirkungen von Knochenfehlstellungen auf die Erkrankungen bzw. Kompression der inneren Organe, umliegenden Gefässe und Nerven im Vordergrund.
Dass die Osteopathie für Still weit über die körperlich-medizinische Ebene hinausging, verdeutlicht eindrücklich sein Konzept des «Triuntie of Man», demnach der Mensch eine Einheit ist, bestehend aus Körper, Geist und Seele.
Des weiteren ging Still davon aus, dass der Körper über Selbstheilungskräfte verfügt, die, wenn sie entsprechend manuell stimuliert werden, körperliche und funktionelle Störungen heilen können. In diesem Zusammenhang muss Stills osteopathischer Grundsatz «Panta rei – Leben ist Bewegung» verstanden werden, der bis heute eine zentrale Rolle in der Osteopathie einnimmt. Dabei bewegen sich nach Still alle Körpersysteme in ihrem grundeigenen Rhythmus. Ist Bewegung im Körper hingegen eingeschränkt, kann Krankheit entstehen.
Im Jahr 1874 behandelte Still erstmals auf seinen «Forschungswanderungen» ein Kind gemäss seiner neuen Philosophie und erzielte einen sofortigen Heilungserfolg. Der Begriff der «Osteo-pathie» (osteo = Knochen; pathei = Leiden) war für ihn geboren, d.h. über die Korrektur einer Knochenfehlstellung kommt es zur Verbesserung des inneren Leidens.
Nachdem «seine osteopathischen Forschungen» 18 Jahre lang gereift waren, gründete Still in Kirksville, Missouri, die erste Schule für Osteopathie. In den Folgejahren dehnte sich die Osteopathie in den USA in Windeseile aus, unzählige Schulen wurden eröffnet und Tausende Studenten strebten nach osteopathischem Wissen.
1917 erlitt Still seinen zweiten Schlaganfall und starb.
John Martin Littlejohn (1865-1947), Schüler von Still, gilt heute als der Vater der europäischen Osteopathie. Der Arzt und Pfarrer erweiterte den osteopathischen Ansatz von Still dahin gehend, dass die Osteopathie nicht nur Fehlstellungen der Knochen, sondern auch Disharmonien in sämtlichen Gewebestrukturen beheben könne. Nach seiner relativ kurzen Lehrtätigkeit in den USA entschloss er sich, nach Europa überzusiedeln. 1917 entstand unter seiner Leitung in der Nähe von London die «British School of Osteopathy», die erste Osteopathieschule in Europa.
Eine dritte Persönlichkeit im Rahmen der Entwicklungsgeschichte der Osteopathie ist William G. Sutherland (1873-1954). Auf Basis jahrzehntelanger Forschungsarbeiten überträgt er die Grundprinzipien Stills auf die Verbindungen der Schädelknochen und entwickelt das Konzept der kranialen Osteopathie. John E. Upledger, ebenfalls amerikanischer Osteopath, ergänzt in den 60er und 70er Jahren die kraniale Osteopathie um somato-emotionale Aspekte und legt damit die Grundsteine für die kranio-sakrale Therapie.
Verbreitung der Osteopathie und Stand heute
Seit der Eröffnung der ersten Osteopathieschule im Jahr 1892 in den USA stossen die Erfolge dieser neuen Behandlungsmethode auf reges öffentliches Interesse. Sprunghaft entwickelt sich die Osteopathie in Amerika weiter. Anfang des 20. Jahrhunderts schwappt die Osteopathie-Welle dann nach Europa. 1917 wird die erste Schule für Osteopathie in London gegründet. Im Verlauf der Jahrzehnte haben sich die Methoden der Osteopathie rasant weiterentwickelt und sich den neusten wissenschaftlich-medizinischen Erkenntnissen angepasst.
Im Vergleich zu den USA und Grossbritannien, wo die Osteopathie bereits seit Jahrzehnten einen festen Platz im Gesundheitswesen einnimmt (heute existieren in den USA insgesamt 18 medizinische Fakultäten für Osteopathie an den Universitäten, an denen ein Abschluss als Doktor der Osteopathie erworben werden kann), wird das restliche Europa erst langsam auf die Anwendungsmöglichkeiten aufmerksam – allen voran in den Benelux-Staaten und in Frankreich. Erst viele Jahre später erreicht die Osteopathie die deutschsprachigen Länder Deutschland, Schweiz und Österreich.
In den letzten Jahren erlebt die Osteopathie auch in der deutschsprachigen Schweiz - als vergleichsweise noch junge Medizin - einen regelrechten Nachfrage-Boom und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. In der Romandie ist sie bereits seit längerem bekannt und auch seit längerem kantonal gesetzlich geregelt.
An wen richtet sich die Osteopathie?
Grundsätzlich richtet sich die Osteopathie an Menschen jeden Alters und jeder Konstitution. Besondere Schwerpunkte setzt die Osteopathie bei Säuglingen, Kleinkindern, Sportlern/Leistungssportlern sowie schwangeren Frauen.
Wann ist eine osteopathische Behandlung zu empfehlen?
Die Osteopathie dient vordergründig der Behandlung reversibler Funktionsstörungen. In Folge finden Sie eine – sicherlich nicht ganz vollständige – Liste mit Krankheitsbildern, bei denen sich eine osteopathische Behandlung anbietet.
• Im Bereich des Bewegungsapparates
Gelenkprobleme, Verstauchungen, Sehnenentzündungen, Schleudertraumen, Anspannungen, Tennisarme, Golferellenbogen, Folgen von Arthrose, Haltungsstörungen, bestimmte Meniskusläsionen, andere Verletzungsfolgen…
• Im Rückenbereich
Hexenschuss, Kreuzschmerzen, Ischias, Schiefhals, Zervikalgien, Zervikobrachialsyndrom, Rückenschmerzen, Interkostalneuralgie…
• Im Schädel- und HNO-Bereich
Migräne, Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Nasennebenhöhlenentzündungen, chronische Mittelohrenentzündungen, Tinnitus, kindliche Nasenrachenbeschwerden, Schwindelgefühl, Trigeminusneuralgie, bissregulierende Massnahmen, kieferorthopädische Leiden und Kiefergelenkprobleme…
• Im Verdauungssystem und internistischen Bereich
Einige Arten von Verstopfung und Durchfall, Hiatushernien, Verdauerungsstörungen, Sodbrennen, funktionelle Darmerkrankungen, Völlegefühl, Organsenkungen, nach Operationen bzgl. Narbenbehandlung und Verwachsungen, bei funktionellen Herzbeschwerden, Nierenprobleme, Prostatabeschwerden, Blasenentzündungen, Inkontinenz…
• Im gynäkologischen Bereich
Betreuung während und nach der Schwangerschaft, Illiosakralbeschwerden, Menstruationsschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, klimakterische Beschwerden, Infertilität, Vernarbungen und Verwachsungen nach OPs im Bauchbereich…
• In der Pädiatrie (Säuglinge, Kleinkinder und Kinder)
Schädel- und Gesichtsverformungen in Folge der Geburt, Behandlung von Spuckkindern, Schiefhals, KISS-Syndrom mit Assymetrien, Haltungsinsuffizienz, Regurgitationen, Schlafstörungen, Zahnstellungsfehler, Allergien, Bauchweh, Koliken, Skoliosen, Hüftdysplasien, Plagiozephalien, Bindehautentzündungen, bei Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, Hyperaktivität…
Wie definiert sich die Osteopathie?
Die Osteopathie ist eine ganzheitliche und manuelle Medizin (manus lat. = Hand), die vor allem der Diagnose und Behandlung von reversiblen Funktionsstörungen dient. Diagnose und Therapie erfolgen dabei auf der Basis von spezifischen osteopathischen Techniken, die mit den Händen ausgeführt werden. Dabei basiert die Osteopathie auf drei grundlegenden Prinzipien:
1. Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Geist und Seele.
2. Der Mensch verfügt über Selbstkeilungskräfte. Sind alle Körpersysteme im Gleichgewicht, können sich die Selbstheilungskräfte am besten entfalten.
3. Alle Körpersysteme stehen in direktem Zusammenhang miteinander.
Woher stammt die Osteopathie?
Die Grundlagen der Osteopathie finden ihren Ursprung gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Arbeiten des amerikanischen Arztes Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917). Er entdeckt, dass der Körper über Selbstheilungskräfte verfügt, die, wenn sie entsprechend manuell stimuliert werden, funktionelle Störungen heilen können. Still entwickelt seinen bekannten osteopathischen Grundsatz «Panta Rei – Leben ist Bewegung», der bis heute eine zentrale Rolle in der Osteopathie spielt.
Was steckt hinter dem osteopathischen Grundsatz der Bewegung?
Ein osteopathisches Sprichwort besagt: Alles was lebt, bewegt sich. Der Körper funktioniert dank der Möglichkeit, Bewegungen auszuführen. Dabei handelt es sich nicht nur um die bekannten Bewegungen von Gelenken, sondern auch um feine, rhythmische und unbewusste Bewegungen von beinahe allen Körperstrukturen und Organen. Der Rhythmus der Lunge und des Herzens ist allen bekannt, aber auch die Peristaltik des Darmtraktes, die Bewegungen des Blutes, der Lymphe sowie der Hirnflüssigkeit gehören dazu. Jede dieser körperlichen Strukturen hat seine eigene Bewegung.
Wie arbeitet die Osteopathie?
Die Sitzung beim Osteopathen beginnt mit einer ausführlichen, osteopathischen Anamnese. Diese osteopathische Untersuchung kann u.U. durch medizinische Tests, Röntgenbilder, Labor- und Blutdruckergebnisse, welche der Haus- oder Facharzt erstellt hat, ergänzt werden. Zu Beginn einer Behandlung ertastet der Osteopath den gesamten Körper, sucht nach verminderter Beweglichkeit, Elastizität und Biegsamkeit sowie auffälligen und erhöhten Spannungen. Mit Fingerspitzengefühl, Konzentration und exakten physiologischen und anatomischen Kenntnissen setzt er im Anschluss daran entsprechende körperliche Impulse zur bestmöglichen Wiederherstellung der Beweglichkeit und Verbesserung der physiologischen Funktionen des Organismus. Ziel der Behandlung durch den Osteopathen ist die Wiederherstellung des individuellen Gleichgewichtes im Körper unter Berücksichtigung der parietalen, viszeralen und kranio-sakralen Ebene.
Welche Therapieansätze verfolgt die Osteopathie?
Die Osteopathie verfolgt drei grundlegende Behandlungsmethoden und –bereiche:
Die parietale (strukturelle) Osteopathie, d.h. die Behandlung des gesamten Bewegungsapparates mit Muskeln, Knochen, Gelenke und Faszien. Die parietale Osteopathie ist der älteste Bereich und die Basis, aus der sich die heutige Osteopathie entwickelt hat.
Die viszerale Osteopathie, d.h. die Behandlung der inneren Organe, der Blut- und Lymphgefässe sowie eines Teils des Nervensystems.
Die kranio-sakrale Osteopathie, d.h. die Behandlung des Schädels, des zentralen und peripheren Nervensystems mit Gehirn, Rückmark und Nerven.
Was ist der Unterschied zur Physiotherapie, kranio-sakrale Therapie und Chiropraktik?
Im Vergleich zur Osteopathie ist die Physiotherapie eine Symptombehandlung, mehrheitlich auf den Bewegungsapparat fokussiert.
Die Chiropraktik behandelt Blockaden an der Wirbelsäule und am Bewegungsapparat. Zudem unterscheiden sich Osteopathie und Chiropraktik in dem Ansatz der Förderung der Selbstheilung.
Die Kranio-Sakral-Therapie ist aus osteopathischer Sicht ein Teil des osteopathischen Behandlungskonzeptes, wobei allerdings die kranio-sakrale Therapie mehrheitlich im Gegensatz zur Osteopathie um den sumato-emotionalen Aspekt erweitert wurde.
Wo kann ich mich zum Osteopathen/zur Osteopathin ausbilden lassen?
Nachdem Jahrzehnte lang die Osteopathie nur in den USA, Grossbritannien und Frankreich gelehrt wurde, gibt seit einigen Jahrzehnten in verschiedenen europäischen Ländern Ausbildungsmöglichkeiten, allen voran in den Beneluxstaaten. Seit Ende der achtziger Jahre haben sich auch im deutschsprachigen Raum sehr gute Ausbildungsinstitutionen etabliert.
In der Schweiz werden seit kurzem alle Osteopathinnen und Osteopathen einer eidgenössisch anerkannten Prüfung unterzogen und bei erfolgreicher Absolvierung der Titel «Osteopath mit schweizerisch anerkanntem Diplom» vergeben. Die Vergabe des Titels dient vor allem der Sicherstellung der strengen Auflagen bzgl. der quantitativen und qualitativen Qualifikation.
Wie viele Osteopathinnen/en gibt es zirka in der Schweiz?
Heute praktizieren schätzungsweise 800 bis 1200 Osteopathinnen und Osteopathen in der Schweiz, wobei die Dichte der Osteopathiepraxen im französischsprachigen Landesteil immer noch wesentlich höher ist als in der Deutschschweiz.
Wie finde ich eine/n gut ausgebildete/n Osteopathen/in?
Der Schweizer Verband der Osteopathen hat ein eigenes, strenges Aufnahmeverfahren bzgl. Aus- und Weiterbildungsanforderungen für seine Mitglieder, so dass eine Mitgliedschaft der/des Osteopathin/en im Berufsverband gleichzeitig als Qualitätssiegel verstanden werden kann.
An wen richtet sich die Osteopathie?
Grundsätzlich richtet sich die Osteopathie an Menschen aller Altersstufen mit reversiblen, funktionellen Störungen. Diese funktionellen Störungen bemerkt der Patient zum Beispiel als Schmerzen am Bewegungsapparat, Kopfschmerzen, Periodenschmerzen, Unwohlsein, Energielosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Ausstrahlungsschmerzen usw. Auch chronische Schmerzen (z.B. nach Schleudertraumen oder Operationen) sind Indikationen für eine osteopathische Behandlung.
Kann die Osteopathie auch Kindern helfen?
Gerade Kinder sprechen sehr gut auf die Osteopathie an, insbesondere z.B. Säuglinge mit Bauchkrämpfen, Unruhe, Schluckstörungen, regelmässigem Erbrechen, Schlafproblemen, Schiefhals, wiederkehrenden Mittelohrentzündungen, Kiss-Kinder mit Asymmetrien, Kindergartenkinder mit Bauchweh, Allergien, Lernstörungen, Zahnstellungsfehler, Hyperkinesie.
Kann jeder Osteopath Babys/Kleinkinder behandeln?
Grundsätzlich ja, da die allgemeine Osteopathieausbildung auch die Behandlung von Kindern beinhaltet. Allerdings ist es wie überall: wer sich auf etwas spezialisiert, verfügt mit der Zeit über einen wesentlich höheren Erfahrungshorizont und Kenntnisstand. Das heisst: Ein Osteopath, der mehrheitlich oder ausschliesslich Kinder und Babys behandelt und zudem eine Zusatzausbildung zur Kinderosteopathie bzw. eine pädiatrische Osteopathieausbildung besitzt, verfügt in der Regel über einen wesentlich weitreichenderen Erfahrungshorizont. Bei komplexen Fällen ist daher der Besuch eines Kinderosteopathen empfehlenswert.
Wie oft ist eine Behandlung nötig?
Die Anzahl der Behandlungen ist ganz von der individuellen Problematik abhängig. In der Regel sind – je nach Befund – ein bis sechs Behandlungstermine zu erwarten, wobei die ersten Behandlungen zeitlich enger liegen, die späteren Termine eher in grösseren Abständen erfolgen.
Erzeugt eine osteopathische Behandlung Schmerzen?
Grundsätzlich nicht. In manchen Fällen müssen jedoch tiefere Techniken angewandt werden, wodurch u.U. so genannte «wohltuende Schmerzen» entstehen können.
Kann man die Osteopathie mit einer anderen Behandlung kombinieren?
Grundsätzlich ist eine Kombination möglich, kann sogar in bestimmten Fällen von Vorteil sein.
Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass eine Kombination nicht dazu führt, dass die Wirkung der osteopathischen Behandlung beeinträchtigt wird bzw. nicht mehr eindeutig erkannt werden kann.
Werden die Behandlungskosten von den Krankenkassen übernommen?
Fast alle Schweizer Krankenkassen vergüten osteopathische Behandlungen heute über entsprechende Zusatzversicherungen. Die Höhe des Rückerstattungsbetrages variiert dabei von Kasse zu Kasse. Es empfiehlt sich daher, bezüglich einer Rückerstattung persönlich und vor der Behandlung mit der Krankenkasse Rücksprache zu halten.
Literaturtipps für Patienten
«Osteopathie»
Siegbert Tempelhof, Gräfe-Unzer Verlag, ISBN-10:3-8338-0432-7
«Osteopathie -Sanftes Heilen mit den Händen»
Christoph Newiger, Trias Verlag, ISBN 3-89373-663-8
«Osteopathie für Frauen»
Birgit Gillemot/Christoph Newiger, Trias Verlag, ISBN 3-8304-3055-8
«Osteopathie - So hilft sie Ihrem Kind»
Birgit Beinborn/Christoph Newiger, Trias Verlag, ISBN 3-89373-545-3
«Osteopathie –Sanftes Lösen von Blockaden»
Torsten Liem, Trias Verlag, ISBN-10:3-8304-3617-3
«Osteopathie - Surfen im Körper»
Thomas Klein, Med-ko Verlag, ISBN-10:3-00-019692-7
«Osteopathie für Kinder und Erwachsene –
Ratgeber für Patienten, Eltern und Interessierte»
Jan Porthum, Books on Demand Verlag GmbH, ISBN-10:3-8334-2510-5
Weiterführende Links
a. Zeitschriften & Fachverlage
Jolandos – Fachverlag für osteopathische Literatur (www.jolandos.de)
Osteopathische Medizin – Deutschsprachige Fachzeitschrift für Osteopathie (www.elsevier.de)
Deutsche Zeitschrift für Osteopathie www.medizinverlage.de
b. Verbände
Verband der Osteopathen Deutschland VOD www.osteopathie.de
Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin www.dgom.info
Österreichische Gesellschaft für Osteopathie www.oego.org
Österreichische Ärztegesellschaft für Osteopathie www.wso.at
c. Ausbildungsinstitute
IFAO Institut für angewandte Osteopathie www.ifaop.com
SKOM Privatschule für klassische Osteopathie www.osteopathie.com
AFO Akademie für Osteopathie www.osteopathie-akademie.de



